Am 11. Sept. 2015 fand bei der Erwerbslosen Selbsthilfe Püttlingen die jährliche Mitgliederversammlung statt. Dieses Jahr gab es Vorstandsneuwahlen. 

Vorweg: – die Vorstandswahlen brachten keine großen Veränderungen. Der „alte“ Vorstand war auch weitgehend der „neue“ Vorstand. Lediglich bei den Beisitzern gab es ein neues Mitglied, nämlich Helmut Karrenbauer, der für Michael Balzert kam, der aus beruflichen Gründen ausschied.

Der Vorstand setzt sich nun zusammen aus: Vorsitzender Toni Job, Stellvertreterin Birgit Biehl, Kassenwart Edmund Bossmann, Schriftführer Tobias Job, Beisitzer: Helmut Karrenbauer, Helmut Scherer, Heinz Scherer, Margret Schmidt und Heinz-Jürgen Wollert.

Zu Beginn der Versammlung begrüßte der Vorsitzende Toni Job die anwesenden Mitglieder und gedachte den verstorbenen Mitgliedern. Fast 200 Mitglieder zählt der Verein, die regelmäßig durch eine Vereinsschrift über die Geschehnisse im Verein informiert werden und sich zu Gemeinschaftsveranstaltungen treffen.

Anschließend berichtete Toni Job über die Aktivitäten des Vereinslebens und die Integrations-, Beschäftigungs- und Ausbildungsmaßnahmen des vereinseigenen „Überbetrieblichen Ausbildungszentrums“.

Die Einrichtungen des ÜAZ haben schwierige Zeiten hinter sich. Der Sparkurs in der Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung und die Einsparungen bei den Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit für Langzeitarbeitslose betraf auch die Arbeit des ÜAZ.

Sehr schmerzhaft für die Betroffenen, aber auch für die Beschäftigungsträger und für die Kommunen war der Wegfall der Bürgerarbeit im Laufe des Jahres 2014 und abschließend zum 31. Dez. 2015. Trotz aller Anstrengungen vieler Verantwortlicher aus Politik und Verwaltung endete die Bürgerarbeit und ein Ersatz-Anschlussprojekt steht noch aus.

Die Strukturen in der Beschäftigungsgesellschaft mussten nach unten angepasst werden.

Die Betreuer der 94 Beschäftigten in der Bürgerarbeit konnten nicht weiterbeschäftigt werden – ihre Arbeitsverträge nicht mehr verlängert werden. Mit den wenigen AGH-Plätzen, die ersatzweise geschaffen wurden, wurden vorrangig die sozialen Einrichtungen, wie z.B. der soziale gemeinsame Mittagstisch in Püttlingen, Quierschied und Sulzbach aufrechterhalten. Das Sozialkaufhaus in Köllerbach war uns wichtig und konnte nur mit viel Improvisation und Anstrengungen weitergeführt werden – wenn auch nur mit Einschränkungen. Mit weitsichtigem Blick auf die jetzt auch tatsächlich enormen Flüchtlingszuweisungen und Aufnahmen in den Kommunen wurde das Sozialkaufhaus offen gehalten. Dies wurde auch vom Bischof von Trier, Dr. Stephan Ackermann, der vor einigen Tagen mit einer Delegation der Aktion Arbeit das Sozialkaufhauses besuchte sehr lobend anerkannt. Dabei hat er denn auch versprochen, das schwindende Spendenaufkommen der Aktion Arbeit im Jahr 2016 aus eigenen Mitteln zu verdoppeln.

Dies soll auch ein Signal an die Langzeitarbeitslosen sein, dass sie nicht vergessen sind trotz der „gefühlten Vollbeschäftigung“ und der Flüchtlingsthematik.

Nach den Rechenschaftsberichten der Betriebsleitung des ÜAZ und des Kassenwartes wurde der Vorstand auf Antrag aus der Versammlung entlastet und es fanden die Neuwahlen statt.

Am Ende der Versammlung bedankte sich der wieder gewählte Vorsitzende Toni Job bei allen Anwesenden für ihr Engagement. Für die zu erwartende Beschäftigung von Flüchtlingen bestätigte er nochmals die Bereitschaft der ESH mit ihren Einrichtungen. Seit fast zwei Jahren liegen bei den Verantwortlichen Konzepte dafür vor.

Genau wie in den 90er Jahren ist die ESH bereit ihren Beitrag zum „Sozialen Frieden“ zu leisten.