Der diesjährige Neujahrsempfang der ESH, der immer auch einen öffentlichen Bericht über die Arbeit des vergangenen Jahres und Perspektiven für das kommende Jahr beinhaltet, war wieder von allen interessierten Partnern und Gönnern besucht.

Nach seiner Begrüßung ging der Vorsitzende der ESH, Toni Job, in seiner Ansprache auf zehn Jahre Arbeitsmarktreform Hartz IV ein. Dabei stellte er fest, dass die Reform doch nicht der große Wurf gewesen sei, wie es die Politik so gerne darstellt. Die Politik will „nachjustieren“ – die Reform reformieren. So sei es auch nicht verwunderlich, dass die Reform nach 10 Jahren nicht öffentlich gefeiert wird.

Bezogen auf die Flüchtlingsthematik in den Kommunen verwies Job auf die im letzten Jahr bewährte Integrationsarbeit der Köllertaler Integrationsstelle für Zugewanderte (KIZ) und die Bereitschaft der ESH, die Flüchtlinge zu beschäftigen und zu qualifizieren, wie sie es bereits vor 20 Jahren getan hat. Leider gibt es für die seit einem Jahr vorliegende Konzeption noch keine Finanzierung – die verantwortlichen Behörden tun sich schwer damit. Dabei sind die Flüchtlinge hochmotiviert und hoffen auf eine sinnvolle Beschäftigung. Diese Motivation dürfe man nicht verspielen, mahnte Job an und drängte auf schnelles Handeln.

Letztlich bedankte er sich noch bei dem Geschäftsführer der Aktion Arbeit des Bistums Trier, Rudi Hammes, der in den Ruhestand tritt und über viele Jahre hinweg der ESH immer positiv verbunden war und die gute Partnerschaft zwischen ESH und Aktion Arbeit mit geprägt hat.

Über die Arbeit des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums (ÜAZ) der ESH im vergangenen Jahr berichtete der Betriebsleiter Klaus Zimmermann. Besonders die auslaufende Bürgerarbeit traf die Einrichtung schwer. Mit 50 ausscheidenden Bürgerarbeitern galt es, Strukturen aufrecht zu erhalten, wie z.B. den gemeinsamen Mittagstisch, das Sozialkaufhaus u.v.m. Dies war oftmals nur mit viel Improvisation möglich. Zum Jahresende schieden dann die letzten Bürgerarbeiter aus, ohne dass bisher ein angemessener Ersatz in Sicht ist. Mit den Bürgerarbeitern konnten in den letzten drei Jahren viele positive Strukturprojekte in den Städten und Gemeinden durchgeführt werden. Das ist jetzt so nicht mehr möglich. Zum Strukturerhalt im ÜAZ mussten die produktiven Tätigkeiten erhöht werden. Nur mit der jahrelangen, verlässlichen Unterstützung der Stadt Püttlingen konnten auch die sozialen Einrichtungen, wie z.B. der gemeinsame Mittagstisch, das Sozialkaufhaus usw. aufrechterhalten werden. Für das Jahr 2015 hat sich das ÜAZ aufgestellt, um bei der Integration der Flüchtlinge mitzuwirken; hier besonders im Bereich der Beschäftigung und Qualifizierung. Mit einem entsprechenden Konzept steht die ESH bereit; sich sofort, auch bei den Kooperationskommunen im Fischbachtal einzubringen.

Bürgermeister Martin Speicher griff ebenfalls in seinem Grußwort das Thema Bürgerarbeit auf. Für die Kommunen sei das Auslaufen der Bürgerarbeit angesichts der vielen Projekte in den Kommunen, die nur durch die Bürgerarbeiter erst ermöglicht werden konnten, ein herber Verlust. Aber auch für die Bürgerarbeiter bedeute es eine herbe Enttäuschung, nach drei Jahren wieder in die Arbeitslosigkeit zurückkehren zu müssen. Bürgermeister Speicher ging auch auf die Flüchtlings-problematik in den Kommunen ein, die eine besondere Herausforderung bedeute. Diese Aufnahme- und Betreuungsverpflichtung wird es auch in den kommenden Jahren geben. Die Stadt Püttlingen konnte aufgrund noch vorhandenen erfahrenen Personals aus dem Sozialamt diese Herausforderung vorbildlich meistern – beispielhaft im Regionalverband. Auch die Kooperation mit dem KIZ und der ESH sei unverzichtbar, um eine angemessene Integration zu leisten. Abschließend bedankte sich Bürgermeister Speicher bei den Verantwortlichen der ESH für die bisherige gute Zusammenarbeit mit der Stadt Püttlingen.

Insgeamt brachte der Neujahrsempfang für die ESH Püttlingen für das Jahr 2015 eine positive Vorschau, aber auch verbunden mit vielen Fragezeichen, wie es im zweiten Halbjahr weiter gehen wird.